iBooks – die leise Revolution

Hat es jemand mitbekommen? Apple veranstaltete am 19. Januar 2012 in New York einen Spezial-Event, an dem es um «Ausbildung» ging. Es wurden iBooks 2 und die Software iBooks Author vorgestellt. Und diese Software ist – wieder einmal – eine kleine Revolution.

Interaktive eBooks waren bis jetzt nur mit viel Aufwand und teurer Software (XPress, InDesign und Woodwing-Redaktionssystem etc.) zu erstellen. iBooks Author ist – kostenlos. Kann sehr einfach bedient werden (wenn man mit Keynote – der Präsentationssoftware von Apple umgehen kann, kann man auch iBooks Author bedienen). Natürlich kann man die erstellten eBooks bei Apple über den iBook-Store verkaufen oder als kostenloses Buch verschenken.

Bilder-Slideshows, Quizfragen, automatische Erstellung von Index und viele “logische Tools” sind in eBooks Author eingebaut. Die grafische Branche wird es nun noch schwerer haben, ihre eMagazine zu positionieren, da die Konkurrenz (auch wenn die Qualität ja nicht immer auf Profi-Niveau liegt) stark zunehmen wird. Auf der anderen Seite wird es dazu führen, dass die Masse sich immer mehr an eBooks und das Lesen auf Bildschirmen gewöhnt – was dann auch wieder der grafischen Branche zugute kommt.

Apple geht mit dieser Technologie an die Universitäten und will zum Standard im Schulbuch-Sektor werden. Grosse Verlage und Universitäten sind schon dabei.

Noch ein Wort zur Buchpreisbindung. Die Schweizer stimmen ja am 12. März ab, ob man die Buchpreisbindung wieder einführen soll. Bemerkt die Buchbranche in der Schweiz, dass es auch digitale Konkurrenz gibt? Während Unterschriften gesammelt werden für fixe Preise für gedruckte Bücher ist sich die nächste Revolution – nämlich die eBooks – bereits am etablieren. Das Geld, das in eine solche Kampagne fliesst, wäre mit Web-Marketing-Consulting für Buchhandlungen und deren Verbände wahrscheinlich besser angelegt…

Und noch ein Nachschlag: Die Goldgräberstimmung, die nun aufkommt (jeder kann ein eBook schreiben und schnell Millionär werden) ist quatsch. Im Angebot setzt sich immer noch Qualität und gutes Marketing durch. Und das hundertste iBook im Apple-Standard-Design möchte man dann auch nicht mehr lesen. Aber für Leute mit Fantasie, Marketingwissen, guten Inhalten steht die (Buch-)Welt offen. iGutenberg würde sich freuen :-)

Categories: Digital-Publishing, ePub & Digital Editions

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